Veröffentlicht:
27.01.2010 -
Till Spieker
Kommentar
A: Die Ausländer sollen sich integrieren. B: Die Deutschen wollen uns aber nicht? Sieht so Integration aus? Wenn Integration, das Zusammenwachsen von gleichwertigen Teilen zu einer Symbiose sein soll, von zwei Teilen, die sich wechselseitig unterstützen und zum Leben brauchen, dann hat A nicht verstanden worums geht oder ist zu einem solch anspruchsvollen Veränderungsprozess nicht bereit. Die Auforderung, der andere solle sich gefälligst einreihen, ist dann im Grunde der Appell zur Assimilation. Dies bedeutet aber das Eingliedern einer Minderheit in ein bestehendes System und hat mit respektvollem Umgang nicht viel gemein. Man erinnere sich da nur an die Borks, die in den Science- Fiction filmen, so scheint es, nur dieses eine Wort sprechen: assimilieren.
Aus B dagegen spricht Resignation: Was soll ich noch tun? Die anderen wollen mich nicht, ich werde wohl immer zweite Wahl bleiben. Auch dies ist ein Symptom für missglückte Integration. Wie man das Blatt nun dreht und wendet, eine geglückte Symbiose zwischen Migranten und Inländern gibt es derzeit nicht. Das ist aber in so weit nicht so schlimm, weil wir alle dies eigentlich wissen, auch dass alle Ist- Zustände nicht statisch sind. Mit so harmlosen Diskussionen wie die am vergangenen Donnerstag löst man aber keine Probleme. Um wirklich Bewegung in die festgefahrene Situation zu bekommen, muss man in einem größerem Maßstab und vor allem politisch denken: Wir brauchen eine schulische Ausbildung, die wirklich bildet und nicht nur drillt. Die Schüler müssen Zeit haben miteinander über ihre Werte und Kulturen zu sprechen. Die Schule muss Schlechtergestellte aktiv fördern und nicht nur über schlechte Noten schimpfen oder den Eltern die Verantwortung zu zu schieben. Die Integrationsfragen lediglich auf ehrenamtliche Schultern zu verlagern, verkennt das Problem und lässt ungelöste Konflikte auf kleiner Stufe weiter köcheln.
© Kármán Hochschulzeitung e.V., Aachen