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Veröffentlicht: 27.01.2010 - Till Spieker

(Bild: Johannes Noll)

Kulinarische Großoffensive

Die Mensa I wird bald um Pizza-Pasta-Ecke ergänzt

Mit einem Komplettumbau für 14,5 Mio. € will das Studentenwerk ihr neues Gastrokonzept umsetzen. BAföG-Amt und AStA müssen umziehen. Neben der Umstellung auf ein „Cook-and-Chill-Verfahren“ soll das Essensangebot deutlich ausgeweitet werden. Kritiker bemängeln mangelnde Bauplanung und hohe finanziellen Risiken für das Studentenwerk.

Die Studierenden haben den Großküchen-Einheitsbrei gestrichen satt. So satt, dass man im Maschboard-Forum vor Weihnachten über einen Streik nachdachte. (Kármán berichtete Ausg. 53). Es besteht also dringend Handlungsbedarf. Dies nahm Kai Kreisköther, AStA-Projektleiter und Mitglied des Verwaltungsrates des Studentenwerks, als Anlass, die unabhängige Plattform Mensakritik.de ins Leben zu rufen. Ziel sei es nachzuvollziehen, „ob das Studentenwerk auf die Anregungen und Verbesserungswünsche der Studierenden eingeht und entsprechende Änderungen umsetzt“, erklärte Kreisköther in einer Pressemitteilung.

Und tatsächlich stehen nun große Veränderungen an. Zwar ist schon seit längerem bekannt, dass das Studentenwerk ein neues Gastrokonzept einführen will (Ausg. 47), gemerkt hat man davon aber noch nichts. Im November hat der Verwaltungsrat nun einen Großumbau des Gebäudekomplexes an der Turmstraße abgenickt.

In Zukunft soll nur noch an der jetzigen Hauptmensa gekocht werden und das Essen an die übrigen Mensen verteilt werden. Zum Einsatz kommt ein sogenanntes „Cook-and-Chill-Verfahren“. Dabei wird das Essen nach der Zubereitung innerhalb von 90 Minuten auf eine Temperatur von unter 3 °C gekühlt, an die Satellitenmensen verteilt und dort wieder aufgewärmt.

Nicht nur die Zubereitungsmethoden sollen sich ändern, sondern hauptsächlich auch das Essensangebot. In Zukunft soll die Mensa I und II zu einer großen Mensa im ersten Stock zusammengelegt werden. Dort wird es weiterhin die typischen Tellergerichte geben, zusätzlich wird aber ein ausgebautes Salatbuffet angeboten. Das Erdgeschoß ist von den Umbaumaßnahmen am stärksten betroffen. Die heutige Cafeteria und Wohnheimverwaltung fallen weg. Stattdessen wird auf dieser Fläche eine große „Pizza-Pasta-Ecke“ eingerichtet. Im jetzigen Eingangsbereich, wo heute noch der AStA angesiedelt ist, soll eine Kaffeebar entstehen. Direkt daneben sollen auch frische Burger gebraten werden.

Kosten soll der Umbau ca. 14,5 Mio. Euro. Davon muss das Studentenwerk allerdings nur 30 % aus eigener Tasche bezahlen, auch wenn dies noch immerhin 4,35 Mio. Euro sind. Die restlichen 70 % werden vom Land NRW getragen.

Diese großen Umbaumaßnahmen resultieren auf einem neuen Gastronomie-Konzept des Studentenwerks, dass bei der Unternehmensberatung „Reisner & Frank“ in Auftrag gegeben wurde. Diese befragten 991 Studierende zu ihren Erwartungen und ihrem Essverhalten in den Aachener Mensen. In der Studie wurde am häufigsten die Qualität und Frische des Mensaessen bemängelt. Allerdings wollten nur 53% der Befragten für mehr Qualität auch mehr bezahlen.

Die Umbauphase soll etwa zwei Jahre dauern. In dieser Zeit wird unter anderem auch das BAföG-Amt, der AStA, die Wohnheimvermittlung und die Ausländervertretung umziehen müssen. Wohin, wann und für wie lange ist ungeklärt. Tim Steinbrecher, Student an der RWTH und Verwaltungsrats-Vorsitzender des Studentenwerks, bemängelt genau diese Unklarheit. Auch, dass derzeit keine genaue Planung der Bausschritte vorliegt, so Steinbrecher weiter. Kreisköther befürchtet darüber hinaus, dass die hohen Investitionskosten und die höheren Betriebskosten das Studentenwerk finanziell stark belasten werden.

Die hier veröffentlichten Inhalte stellen keine Meinungsäßerungen der RWTH Aachen dar.
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